Ein Abend mit CanonFoto in Köln: Hinter den Kulissen eines Leser-Shootings zur Nachtfotografie

Im Frühjahr 2020 begleitete mich das Magazin CanonFoto für einen ausführlichen zehnseitigen Reportagebeitrag im Rahmen der Reihe „Ein Tag mit dem Profi“. Gemeinsam mit dem CanonFoto-Leser Michael Dreiucker verbrachten wir einen Abend in Köln, um die faszinierende Welt der Nachtfotografie zu erkunden.

Für mich war dieses Shooting weit mehr als ein klassischer Fotoworkshop. Es zeigte exemplarisch, wie ich seit vielen Jahren arbeite: kleine Gruppen, individuelle Betreuung, intensive Bildbesprechungen und ein klarer Fokus auf den Lernerfolg der Teilnehmer.

Dass CanonFoto daraus einen zehnseitigen Beitrag gemacht hat, hat mich natürlich besonders gefreut.

 
 
 
 

Wenn aus einem bekannten Motiv ein außergewöhnliches Foto wird

Köln gehört zu den meistfotografierten Städten Deutschlands. Gerade deshalb ist die Herausforderung besonders groß.

Jeder kennt den Dom. Jeder kennt die Hohenzollernbrücke.

Die spannende Frage lautet also:

Wie fotografiert man bekannte Motive so, dass daraus ein individuelles und ausdrucksstarkes Bild entsteht?

Genau darum ging es an diesem Abend.

Bereits vor Beginn der eigentlichen Nachtaufnahmen besprachen wir wichtige Grundlagen:

  • Wahl des richtigen Standorts
  • Bildaufbau und Blickführung
  • Einsatz von Stativen
  • optimale Kameraeinstellungen
  • Kontrolle der Belichtung über das Histogramm
  • Nutzung der blauen Stunde

Viele Hobbyfotografen konzentrieren sich zunächst auf die Technik. Meine Erfahrung aus über zwei Jahrzehnten Fotografie zeigt jedoch:

 
 
Gute Bilder entstehen zuerst im Kopf – die Kamera setzt die Idee anschließend nur noch um.
 
 
 
 

Fotospot 1: Der Kölner Dom zur blauen Stunde

Unser erster Standort lag direkt am Rhein mit Blick auf den Kölner Dom.

Die blaue Stunde gehört zu meinen absoluten Lieblingszeiten für Stadtfotografie. Der Himmel besitzt noch Struktur und Farbe, während die künstliche Beleuchtung bereits ihre Wirkung entfaltet.

Dieser kurze Zeitraum dauert oft nur wenige Minuten.

Deshalb ist Vorbereitung entscheidend.

Bevor überhaupt fotografiert wird, analysiere ich gemeinsam mit den Teilnehmern:

  • Welche Elemente gehören ins Bild?
  • Welche Bereiche lenken ab?
  • Wo befindet sich der Blickfang?
  • Wie kann der Vordergrund genutzt werden?

Gerade diese Fragen machen häufig den Unterschied zwischen einem gewöhnlichen Erinnerungsfoto und einem Bild mit professioneller Wirkung aus.

 
 
 
 

Warum Bildkomposition wichtiger ist als Kameratechnik

Im Laufe meiner Workshops stelle ich oft fest, dass viele Fotografen ihre Ausrüstung sehr gut kennen, aber deutlich weniger Zeit in die Bildgestaltung investieren.

Dabei entscheidet die Komposition maßgeblich über die Wirkung eines Fotos.

Während unseres CanonFoto-Shootings arbeiteten wir intensiv an genau diesem Thema.

Wir analysierten gemeinsam:

  • Linienführung
  • Vordergrundgestaltung
  • Drittelregel
  • Blickführung
  • störende Elemente

Die Technik war dabei lediglich das Werkzeug.

Die eigentliche Arbeit fand im Bildaufbau statt.

Das ist übrigens einer der Gründe, weshalb ich auf meinen Fotoreisen häufig selbst gar nicht fotografiere. Meine volle Aufmerksamkeit gilt den Bildern der Teilnehmer.

 
 
 
 

Der Klassiker: Dom und Hohenzollernbrücke

Später wechselten wir zu einem der bekanntesten Aussichtspunkte Kölns.

Hier treffen mehrere starke Gestaltungselemente aufeinander:

  • die Hohenzollernbrücke
  • die Lichtspuren vorbeifahrender Züge
  • der Rhein
  • der Dom als Hauptmotiv

Die Brücke übernimmt dabei eine wichtige Funktion.

Sie führt den Blick des Betrachters direkt zum Dom und schafft räumliche Tiefe.

Gerade solche natürlichen Linien sind ein wesentliches Gestaltungsmittel in der Architektur- und Stadtfotografie.

 
 
 
 

Lichtspuren und Langzeitbelichtungen

Nachdem die Dunkelheit vollständig eingesetzt hatte, konzentrierten wir uns auf Langzeitbelichtungen.

Lichtspuren gehören zu den wirkungsvollsten Gestaltungselementen in der Nachtfotografie.

Autos, Bahnen oder Straßenbahnen verwandeln sich dabei in dynamische Linien, die Bewegung ins Bild bringen.

Für viele Teilnehmer ist genau dieser Effekt oft ein Schlüsselerlebnis.

Plötzlich wird sichtbar, dass Nachtfotografie nicht einfach nur „Fotografieren im Dunkeln“ ist.

Es entsteht eine völlig neue Bildsprache.

Wichtige Faktoren dabei sind:

  • niedrige ISO-Werte
  • stabiles Stativ
  • passende Belichtungszeiten
  • bewusste Wahl des Bildausschnitts
  • Geduld

Denn häufig entscheidet nicht die Kamera, sondern der richtige Moment.

 
 
 
 

Der Einfluss von Weißabgleich und Farbtemperatur

Ein weiterer Schwerpunkt unseres Workshops war der kreative Einsatz des Weißabgleichs.

Viele Fotografen nutzen ausschließlich die automatische Einstellung.

Dabei lässt sich über die Farbtemperatur die Stimmung eines Bildes gezielt beeinflussen.

Ein etwas kühlerer Weißabgleich erzeugt häufig eine moderne, klare Wirkung.

Wärmere Einstellungen schaffen dagegen Atmosphäre und Emotion.

Gerade in der Nachtfotografie lohnt sich das Experimentieren besonders.

Oft entstehen dadurch völlig unterschiedliche Bildwirkungen – obwohl Motiv und Standort identisch bleiben.

 
 
 
 

Mein Ansatz als Fototrainer

Seit vielen Jahren leite ich Fotoworkshops und Fotoreisen im In- und Ausland. Meine fotografische Laufbahn, meine Veröffentlichungen sowie meine internationalen Auszeichnungen haben dabei meinen Unterrichtsstil entscheidend geprägt.

Egal ob Venedig, Valencia, Toskana, Kenia oder Köln:

Mein Ziel war und ist immer dasselbe.

Ich möchte Fotografen dabei helfen, ihre eigene Bildsprache zu entwickeln.

Deshalb stehen auf meinen Workshops nicht meine Fotos im Mittelpunkt.

Im Mittelpunkt stehen die Bilder der Teilnehmer.

Die CanonFoto-Reportage hat diesen Ansatz sehr schön dokumentiert und gezeigt, wie intensiv die individuelle Betreuung auf meinen Workshops erfolgt.

Darauf bin ich bis heute besonders stolz.

 
 
 
 

Veröffentlichung in CanonFoto

Der Workshop wurde anschließend in der Ausgabe CanonFoto 02/2020 auf insgesamt zehn Seiten veröffentlicht.

Der Beitrag dokumentiert nicht nur die entstandenen Bilder, sondern vermittelt auch zahlreiche praktische Tipps zur Nachtfotografie, Bildgestaltung und Langzeitbelichtung.

Für mich war diese Veröffentlichung eine besondere Anerkennung meiner Arbeit als Fotograf, Autor und Dozent.

 
 
 
 

Fazit

Nachtfotografie ist weit mehr als Technik.

Es geht um Timing, Beobachtung, Geduld und Bildgestaltung.

Der Abend mit CanonFoto hat gezeigt, dass selbst an bekannten Orten wie dem Kölner Dom immer wieder neue und kreative Bilder entstehen können.

Genau diese Suche nach dem besonderen Moment begeistert mich auch nach über 20 Jahren als professioneller Fotograf, Buchautor und Fototrainer bis heute.

 
Stefano Paterna

Stefano Paterna

Stefano Paterna ist preisgekrönter Reisefotograf, Fachbuchautor und Mentor. Er teilt seine Expertise aus über 25 internationalen Awards in exklusiven Fotokursen in Köln und auf Fotoreisen weltweit. Er ist Autor der Standardwerke 'Urbane Fotografie', 'Fotografieren auf Reisen' sowie der Foto-Reiseführer für Venedig und Köln. Als Markenbotschafter für Kase Filters Deutschland steht er für höchste Qualität in der Landschafts- und Architekturfotografie.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert