Wie mich ein Buchlektor auslachte – und warum heute mein Köln-Fotobuch im Regal steht
Es gibt Momente im Leben eines Fotografen, die vergisst man nicht. Einen dieser Momente erlebte ich vor einigen Jahren beim persönlichen Vorsprechen in einem großen, bekannten Fotobuch-Verlag. Ich hatte gerade mein erstes erfolgreiches Buchprojekt hinter mir und brannte vor einer neuen Idee.
Ich saß dem Lektor gegenüber, schaute ihn voller Begeisterung an und sagte: „Ich möchte ein Buch über die schönsten Fotospots in Köln schreiben. Ein echter Guide für Fotografen.“
Der Lektor schaute mich an – und lachte mich laut aus.
Kein Witz. Die ehrliche Meinung im Raum war damals: „Köln? Was wollen Sie denn da fotografieren? Da gibt es den Dom, die Hohenzollernbrücke und danach wird es ganz schnell ziemlich grau und hässlich. Das gibt doch kein ganzes Buch her!“
Ich ging unglaublich enttäuscht aus diesem Treffen heraus. Hatten sie recht? War meine Heimatstadt wirklich so unfotogen?

Aufgeben? Keine Option.
Wer mich kennt, weiß, dass mich ein „Nein“ nur noch mehr anspornt. Ich wusste, was in dieser Stadt steckt. Aber ich verstand auch, dass ich meine Strategie ändern musste.
Zuerst zog es mich in die Ferne. Ich veröffentlichte mein Buch über die schönsten Fotospots in Venedig beim renommierten dpunkt.verlag. Dort hat mich niemand ausgelacht – im Gegenteil. Auch bei der Edition ProfiFoto (FotoHits) stießen meine Buchprojekte auf offene Ohren. Mit jedem Buch lernte ich dazu. Nicht nur fotografisch, sondern auch als Autor. Ich verstand immer besser, welche Informationen Fotografen wirklich benötigen, wenn sie mit einer Kamera eine Stadt erkunden möchten.
Doch die Idee von Köln ließ mich einfach nicht los. Also startete ich einen vierten, entscheidenden Versuch – wieder beim dpunkt.verlag. Diesmal sprach ich aber nicht nur über graue Theorie.
Ich ließ Bilder sprechen.
Ich stellte ein digitales Portfolio aus 80 meiner besten Köln-Bilder zusammen, die ich über die Jahre hinweg fotografiert hatte. Ich zeigte ihnen das RheinenergieStadion im mystischen Nebel, versteckte architektonische Linien im Rheinauhafen, die Symmetrie der Kölner U-Bahn-Stationen und das wilde, bunte Leben in den Ehrenfelder Gassen.
Als die Verantwortlichen diese Bilder sahen, war das Lachen vorbei. Es herrschte staunendes Schweigen. Der Vertrag wurde unterschrieben.

Ein Buch entsteht nicht am Schreibtisch, sondern auf der Straße
Ich habe nicht erst angefangen zu fotografieren, als ich den Buchvertrag in den Händen hielt. Ich bin Kölner Fotograf. Ich lebe hier, ich arbeite hier, ich atme diese Stadt seit vielen Jahren. Die über 100 Locations, die es am Ende in das fertige Buch geschafft haben, sind das Ergebnis jahrelanger, akribischer Arbeit, von unzähligen Nächten auf der Jagd nach der perfekten Blauen Stunde und dem Wissen, wann das Licht in welchem Kölner Veedel genau richtig fällt.
Heute, wo das fertige Buch „Köln fotografieren“ im dpunkt.verlag erschienen ist und ich es im Buchhandel im Regal stehen sehe, erfüllt es mich mit einem ganz besonderen Stolz. Es ist meine Liebeserklärung an Köln – und der handfeste Beweis dafür, dass man sich von vermeintlichen Experten niemals seine Vision ausreden lassen sollte.

Fakten zum Buch
- Titel: Köln fotografieren: Der Foto-Reiseführer zu den schönsten Motiven. Mit QR-Codes zu allen Foto-Locations.
- Autor: Stefano Paterna
- Verlag: dpunkt.verlag
- ISBN: 978-3864909764
- Über 100 Fotolocations in Köln
- Praxis-Tipps für Architektur-, Stadt- und Nachtfotografie
Entdecke die Spots selbst!
Köln hat weit mehr zu bieten als nur die klassischen Postkartenmotive. Wenn du die über 100 besten Fotolocations meiner Heimatstadt inklusive aller Profi-Tipps zu Brennweite, Standorten und Kameraeinstellungen kompakt in den Händen halten willst, schau dir gerne mein Buch an:
Und wenn du diese Locations nicht nur auf Papier entdecken, sondern die Techniken der Nacht- und Stadtfotografie direkt live vor Ort mit mir und Gleichgesinnten lernen möchtest, dann lade ich dich herzlich ein, einen Blick auf meine aktuellen Fotokurse in Köln zu werfen. Lass uns gemeinsam die schönsten Ecken der Stadt einfangen!




