Stativ Kaufberatung – Welches Stativ soll ich kaufen?

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Inhalt

1. Auf welche Kriterien sollte ich beim Stativkauf achten?
2. Stabilität
3. Gewicht
4. Packmaß
5. Höhe und Mittelsäule
6. Tragkraft
7. Dreh- oder Klickverschlüsse
8. Der Stativkopf
9. Preis
10. Welches Stativ ist das richtige für mich?

Das wichtigste Zubehör zu einer Kamera ist wahrscheinlich ein gutes Stativ. Je nachdem was wir fotografieren wollen, brauchen wir eine längere Belichtungszeit und ein Foto aus der Hand führt dann nur noch zur einem verwackelten Pixelbrei. Die einfachste Methode ist wäre jetzt, die Kamera auf einen festen Untergrund zu legen. In der Stadt findet man schnell mal eine Mauer und mit einem Bohnensack muss der Untergrund noch nicht einmal besonders gerade sein. Wir sind dann aber nicht wirklich Standortunabhängig und um das Bild nach unseren Wünschen zu komponieren, brauchen wir ein Stativ.

Aber was für ein Stativ brauche ich denn? Reicht das 20-Euro-Stativ vom Onlineversandhandel oder doch lieber ein Ultraleicht-Stativ für 500 Euro?

Im folgenden Artikel geht es um die wichtigsten Fragen rund um den Stativkauf!

 

Auf welche Kriterien sollte ich beim Stativkauf achten?

Je nach Anwendungsgebiet fallen manche Kriterien mehr oder weniger stark ins Gewicht. Wer zum Beispiel viel zu Fuß unterwegs ist, für den wird das Gewicht eine wichtige Rolle spielen. Die folgenden Kriterien solltet ihr beim Stativkauf im Hinterkopf behalten.

 

Stabilität

Umso stabiler die Konstruktion eines Stativs ist, umso weniger Vibrationen werden an die Kamera weitergeleitet bzw. umso schneller beruhigt sich das Stativ wieder, nachdem wir Einstellungen an der Kamera vorgenommen haben. Die wichtigen Faktoren sind hierbei die Dicke der Beine oder die Anzahl der Auszüge. Ebenso ist die Konstruktion der Stativ-Basis wichtig. Das Gewicht ist hierbei nicht zwangsläufig ein Faktor, denn auch leichte Stative können eine hohe Stabilität haben.

Um die Stabilität zu testen, könnt ihr folgendes machen: Montiert eure Kamera auf dem vollausgezogenen Stativ und schaltet in das Livebild. Wenn ihr nun an die Kamera tippt, sollte sich das Livebild innerhalb von 2 Sekunden wieder beruhigt haben. So könnt ihr mit dem 2-Sek.-Selbstauslöser der Kamera noch scharfe Bilder aufnehmen. Braucht das Stativ länger um sich zu beruhigen müsstet ihr schon den 10-Sek-Selbstauslöser oder einen externen Fernauslöser benutzen.

 

Gewicht

Das Gewicht spielt beim Kauf natürlich auch eine wichtige Rolle, denn wer seine Kamera und sein Stativ auf eine Wanderung mitnimmt, der ist um jedes gesparte Gramm dankbar. Das Gewicht ist hauptsächlich abhängig vom verwendeten Material und von der Größe des Stativs. Als Materialien haben sich Aluminium und Carbon etabliert, wobei Carbonstative in der Regel leichter sind und Kälte schlechter leiten (das ist im Winter angenehmer). Allerdings sind sie auch um einiges teurer als Aluminiumstative. Hier kann man in der Tat Geld sparen, denn es gibt auch leichte und stabile Stative aus Aluminium.

Das Gewicht spielt aber auch eine Rolle beim Stand des Stativs. Ein schweres Stativ ist weniger anfällig gegenüber Wind oder auch der Strömung eines Flusses, als ein leichtes Stativ.

 

Packmaß

Das Packmaß beschreibt die Maße des Stativs im eingeklappten Zustand. Wer sein Stativ am oder im Rucksack transportieren möchte, der profitiert von einem kleinen Packmaß. Auch wer viel auf Reisen ist und wenig Platz im Gepäck hat, kann mit einem kleinen Stativ Platz sparen. Das geringe Packmaß wird jedoch oft durch zusätzlich Auszüge erkauft, was wiederum die Stabilität beeinflusst und längere Auf- und Abbauzeiten mit sich bringt. Dünnere Beine verkleinern ebenfalls das Packmaß, aber wiederum zulasten der Stabilität.

 

Höhe und Mittelsäule

Für manche Anwendungsgebiete ist die Aufbauhöhe relevant, so zum Beispiel für den Makrofotografen. Der sucht in der Regel ein Stativ das sich sehr Bodennah aufstellen lässt. Für den hochgewachsenen Fotografen ist ein großes Stativ angenehm, muss er sich doch nicht so häufig bücken. Ein großes Stativ hat aber natürlich ein größeres Packmaß und ein höheres Gewicht. Dadurch das aber immer mehr Kameras klappbare Displays haben, kann auch ein großer Fotograf mit einem kleineren Stativ arbeiten ohne sich ständig bücken zu müssen.

Die Mittelsäule dient dazu, das Stativ bei ausgefahrenen Beinen noch höher zu machen. Wichtiger ist aber, dass wir die Kamera in feinen Abständen vertikal bewegen können ohne dabei die Beine zu verstellen. Allerdings bringt eine Mittelsäule auch wesentliche Nachteile mit sich, warum viele Fotografen auf sie verzichten oder sie nicht ausfahren. Zum einen verhindert sie, dass ein Stativ wirklich auf Bodennähe gebracht werden kann. Zum anderen verringert die ausgezogene Mittelsäule erheblich die Stabilität des Stativs. Es gibt Stative, bei denen kann die Mittelsäule gegen eine kurze Säule ausgetauscht werden oder sie lässt sich schwenken um die Kamera auf Bodennähe zu bringen.

 
 
 
 

Tragkraft

Die meisten Stative haben kein Problem mit dem Gewicht einer durchschnittlichen Kameraausrüstung. Wer jedoch besonders schweres Equipment, wie z.B. Supertelefotolinsen mit sich bringt, der sollte auf eine hohe Tragkraft achten.

 

Dreh- oder Klickverschlüsse

Da trennt sich die Fotografengemeinde in verschiedene Lager. Die einen bevorzugen Klickverschlüsse, da es bei ihnen nur Auf oder Zu gibt. Halb-Zu oder Halb-Offen gibt es nicht und so wird verhindert das ein Stativbein nach gewisser Zeit versehentlich nachsackt. Der Auf- und Abbau geht auch schneller, da die Verschlüsse nur geöffnet werden müssen und die Beine (bei einem guten Stativ) der Schwerkraft folgen und automatisch ausfahren.

Andere Fotografen bevorzugen hingegen die Drehverschlüsse. Diese sind kompakter gebaut und haben keine hervorstehenden Bauteile. Drehverschlüsse lassen sich bei Kälte mit dicken Handschuhen auch leichter bedienen und durch den Schraubmechanismus lassen sich die Stativbeine und Verschlüsse einfacher auseinanderbauen und reinigen.

 

Der Stativkopf

Ein weiterer wichtiger Teil des Stativs ist der Kopf. Viele Stative kommen zwar mit einem Kopf, allerdings sollte man auch hier auf einige Punkte achten und eventuelle einen separaten Stativkopf kaufen.

Falls ihr nicht auf der Suche nach einem Stativ zum Filmen seid, solltet ihr euch einen Kugelkopf zulegen. Diese sind frei beweglich und lassen sich komfortabel einstellen. Wichtig bei einem Kugelkopf ist die Haltekraft. Der Kopf muss eure Kamera inklusive Objektiv in verschiedenen Positionen halten können und sollte nach dem Feststellen der Kugel nicht merklich nachsacken.

Auch sollte der Stativkopf mit einem Schnellwechselsystem ausgestattet sein. Als Standard hat sich hier die Firma Arca-Swiss etabliert, deswegen solltet ihr auf das Label „Arca-Swiss-Kompatibel“ achten. Bei einem Schnellwechselsystem wird eine Platte an die Kamera geschraubt, die an die entsprechende Halterung am Stativkopf geklemmt werden kann. So kann die Kamera schnell am Stativ angebracht und wieder abgenommen werden.

Viele Stativköpfe bieten auch eine Panoramaplatte, d.h. der ganze Kopf lässt sich horizontal drehen. Wer sich eher für Videoarbeit interessiert, sollte sich nach einem Video-Neiger umschauen. Diese sind mit Griffen ausgestattet und ermöglichen besonders sanfte Kameraschwenks.

 

Preis

Das eigene Budget beschränkt oder erweitert natürlich die Auswahlmöglichkeiten an Stativen aber eine Sache gilt besonders beim Stativkauf: Wer billig kauft, kauft zweimal! Es gibt viele Stative weit unterhalb der 100 Euro-Grenze, die ein vermeintliches Schnäppchen sein sollen. Solche Stative bieten jedoch weder Stabilität noch eine solide Verarbeitung und wer sie regelmäßig nutzt wird schnell frustriert sein. Mittlerweile gibt es jedoch schon gute Stative im Bereich um 150 - 200 Euro, so dass sich niemand in den finanziellen Ruin stürzen muss und bei regelmäßiger Pflege werdet ihr viele Jahre eure Freude an so einem Stativ haben!.

 

Welches Stativ ist das richtige für mich?

Wie ihr aus den oben genannten Kriterien schon erahnen könnt, gibt es die eierlegende Wollmilchsau leider nicht. Beim Kauf sollte man sich als erstes darüber im Klaren sein, wofür man das Stativ braucht. Die meisten von euch suchen wahrscheinlich ein leichtes bzw. kompaktes Stativ für die Reise oder den Urlaub. Dann wird man wohl oder übel Kompromisse bei der Stabilität eingehen müssen. Inzwischen gibt es aber auch Reisestative die eine ordentliche Stabilität und gleichzeitig ein geringes Packmaß und Gewicht bieten. Wer sich jedoch ernsthaft mit der Fotografie beschäftigt sollte sich früher oder später ein zweites Stativ zulegen. Am besten fährt man dann mit einem leichten Stativ für unterwegs und ein stabiles für alle anderen Aufgaben. Behaltet das also im Hinterkopf wenn ihr euer erstes Stativ kauft.

Abgesehen von den „Standard“-Stativen gibt es natürlich noch Spezialisten, z.B. besonders kleine Stative für den Tisch oder Klemmstative. Diese haben biegbare Beine und lassen sich an verschiedenen Gegenständen wie z.B. Zäune oder Äste anbringen.

Besitzt ihr schon ein Stativ und wenn ja welches? Oder habt ihr noch Fragen zum Stativkauf? Dann hinterlasst mir doch einfach einen Kommentar!

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Der Gorillapod ist ein kleines Reisestativ das sich bequem an Zäune, Äste oder andere Untergründe klemmen lässt. Gorilla Pod © YOBY

 
Tim Ulama
Tim Ulama
Digital Artist und Assistent

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